Rolls Royce Silver Shadow I '76

Technik:
Mit dem Silver Shadow wurde bei Rolls Royce eine kleine Revolution eingeleitet. Erstmals wurde ein neuer Rolls Royce nicht mehr nach dem Prinzip der Trennung von Chassis und Karosserie, sondern mit einer selbsttragenden Karosserie hergestellt. Damit wurde den Kunden die Möglichkeit genommen, sich bei einem „Coachbuilder“ ihrer Wahl, eine Karosserie nach eigenen Wünschen anfertigen zu lassen. Die Hauben und Türen wurden aus Aluminium gefertigt, es gab vier Scheibenbremsen, eine unabhängige Radaufhängung und eine Niveauregulierung. Das neue Modell war kleiner und leichter als sein Vorgänger, bot aber dennoch einen vergleichbar großen Innenraum und ein deutlich gewachsenes Kofferabteil.
Motor: Leichtmetall V8, 6230 ccm (später 6750 ccm), nasse Zylinderlaufbuchsen, zentrale Nockenwelle, Stirnradantrieb, hydraulischer Ventilspielausgleich, 2 Vergaser SU HD 8 mit automatischer Kaltstarteinrichtung. Keine Werksangaben über Leistung und Drehmoment.
Getriebe: Automatikgetriebe; zuerst Hydramatik (vier Vorwärtsgänge), später Turbohydramatik von General Motors (drei Vorwärtsgänge), Gangwahl mit elektrisch/mechanischer Übertragung.
Bremsen: Hochdruckbremssystem (3 Bremskreise); zwei von der Nockenwelle angetriebene Bremspumpen liefern den Druck an zwei kugelförmige, gasgefüllte Druckspeicher. Von dort erfolgt die Druckverteilung an die Verbraucher (Bremsen bzw. Niveauregulierung).
Vorderräder: je zwei Bremszangen pro Rad (Scheibenbremsen), Scheiben später innenbelüftet.
Hinterräder: je eine Bremszange pro Rad.

Besonderheiten:
An einem RR ist alles „besonders“ ...

Kino:
War und ist in zahllosen Filmen und Serien zu sehen.

Bauzeit und Stückzahl:
Von 1965 bis 1981 wurden rund 29.000 Fahrzeuge hergestellt, damit war der Silver Shadow der meistgebaute Rolls Royce aller Zeiten.

Fahreindrücke:
Umgeben von feinstem Conolly-Leder und phantastisch verarbeitetem, von Hand poliertem Wurzelholz, in einem angenehm klimatisierten Innenraum – geräuschisoliert vom hektischen Treiben rundum, wie auf Wolken schwebend – souverän dahingleitend in einer anderen Welt die „Spirit of Ecstasy“ vor Augen – das hat schon was.

Die durchaus druckvolle Beschleunigung (immerhin rund 510 NM Drehmoment), die weichen Gangwechsel und das niedrige Geräuschniveau – bis rund 60 Meilen pro Stunde hört man wirklich nur das Ticken der Borduhr – sowie die extrem weiche Fahrwerksabstimmung ergeben ein wirklich einzigartiges Fahrerlebnis. Höhere Geschwindigkeiten sollte man sich und dem Rolls aus Gründen der dann abhandenkommenden Eleganz ersparen. Bei guter Pflege und regelmäßigem Service absolut alltagstauglich und zuverlässig, längere Standzeiten sollten vermieden werden.

Wertsteigerung:
Im Augenblick gibt es am Markt beinahe keine guten Exemplare mehr, ab rund 10.000 € ist man dabei, muß jedoch mit enormen Restaurierungskosten rechnen. Schöne Exemplare kosten jetzt bereits 25.000 € oder, je nach Zustand oder Restaurierung, auch einmal das Doppelte. Werterhaltung gut – große Wertsteigerungen sind in naher Zukunft nicht zu erwarten. Er gilt noch als Einsteigermodell.
(Das Coupé und vor allem das Cabriolet spielen preislich in einer anderen Liga)

Resumée:
Angemessene Wartung und Pflege belasten das Budget beträchtlich. Es heißt, man könne mit diesem Wagen ein kleines Vermögen machen – wenn man zuvor ein großes hatte ...
Durch den hohen Bekanntheitsgrad dieses Karosseriedesigns „der“ Rolls Royce schlechthin. Exzellentes Fahrerlebnis – einfach „very british“!
Kein Auto für mittelprächtig begabte Hobbyschrauber, die durch Eigenleistung Servicekosten sparen wollen.

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