Lotus Esprit V8 GT '00

Technik:
Der Lotus Esprit ist ein von 1976 bis 2003 gefertigter Mittelmotor-Sportwagen des britischen Kleinserienherstellers Lotus (Basisdesign von Giorgetto Giugiaro). Im Laufe seiner fast dreißigjährigen Modellgeschichte wurde er in mehreren Versionen mit verschiedenen Saug- und Turbomotoren angeboten. Das hier beschriebene Modell ist mit einem von Lotus entwickelten Achtzylinder mit 3,5 Litern Hubraum ausgestattet. Der V8 ist komplett aus Leichtmetall gefertigt, besitzt vier Nockenwellen und 32 Ventile und hat eine Leistung von 354 PS / 400 NM. Die etwas mehr als 100 PS Literleistung wird durch die Verwendung von zwei kleinen Garrett Turboladern bei der eher geringen Drehzahl von 6.500/min mit einem Ladedruck von 0,75 bar erreicht. Im Gegensatz zur konventionellen V8-Motorenbauweise werden hier alle 180 Grad zwei Zylinder gleichzeitig gezündet, wodurch sich ein einzigartiger Sound ergibt. Durch die Verwendung kleiner Lader wird der Druck schon bei niedrigen Drehzahlen schnell und gleichmäßig aufgebaut, ein „Turboloch“ gibt es nicht. Lotus hat die Möglichkeiten der Aufladung bei weitem nicht ausgereizt - Tuningvarianten bis 600 PS sind mit dem entsprechenden technischen Umfeld durchaus realisierbar (bessere Ladeluftkühlung, Wassereinspritzung, Motorelektronik, Einspritzdüsen, Getriebeupgrade usw.). Die Fahrleistungen sind immer noch absolute Weltklasse: 0-100 km/h 4,7 Sec, 0-200 km/h 15,5 Sec, 282 km/h Spitze (Nordschleife 8,13). Lotustypisches aus dem Rennsport abgeleitetes Fahrwerk, verzinkter Rahmen, Kunststoffkarosserie. Einziger Schwachpunkt: Das Getriebe von Renault ist mit dem Drehmoment und der Leistung des V8 eindeutig überfordert und verlangt eine kundige „Schalthand“.

Besonderheiten:
Das hier abgebildete Fahrzeug ist eines von 200 gebauten.

Kino:
Bekannt wurde der Lotus Esprit vor allem durch seine Rolle als James-Bond-Auto in den Filmen Der Spion, der mich liebte (1977), In tödlicher Mission (1981) und durch seine Auftritte in den Filmen Pretty Woman (1990) sowie Basic Instinct (1992). Außerdem gab es in den frühen 90er Jahren eine sehr erfolgreiche Computerspiel-Serie (Lotus Esprit Turbo Challenge), die sich hauptsächlich um den Esprit (in späteren Teilen auch Elan und Elise) drehte, wodurch der Lotus Esprit noch einmal an Bekanntheitsgrad gewann.

Bauzeit und Stückzahl:
Bauzeit aller Lotus Esprit 1976 bis 2003. Esprit V8 1998 bis 2001. V8 rund 1.080 Stück, V8 GT rund 200 Stück.

Fahreindrücke:
Die größte Stärke des Esprit ist sein Leistungsgewicht von rund 3,8 kg pro PS und seine extreme Handlichkeit. Er reagiert spontan und exakt auf jede Lenkbewegung, bietet ein hohes Potenzial an aktiver Fahrsicherheit und ist in der Lage Querbeschleunigungen aufzubauen, die auf öffentlichen Straßen jenseits von Gut und Böse liegen. Weitgehend neutrales Fahrverhalten, bei zunehmender Kurvengeschwindigkeit leichtes Untersteuern. Toller Geradeauslauf und Brembo-Stopper ohne thermische Probleme. Absolut langstreckentauglich, hervorragende Sitze, gute Ergonomie – einzig der linke Fuß findet keinen Platz zum Abstützen.

Wertsteigerung:
Relativ gute Werterhaltung (gepflegte, unverbastelte Exemplare sind eher selten) – Wertsteigerung ist eher Glücksache …

Resumée:
Supersportler mit nicht mehr allzu moderner Technik zu günstigem Einstiegspreis. Service und Erhaltungskosten enorm!
Dafür bekommt man allerdings echtes Rennsportfeeling statt weichgezeichneter Fahreindrücke und einen echten Exoten vor die Haustür.

P.S.: Bei unseren Recherchen zu diesem Fahrzeug sind mir einige unterhaltsame Autotester aufgefallen. Einigen waren die Sitze zu eng oder die Pedale zu klein oder sie mussten sich beim Ein- und Aussteigen „fürchterlich verrenken“ – anderen wiederum waren die Windgeräusche zu stark, der Motor zu laut oder der Kofferraum zu klein und einer purzelte sogar aus dem Lotus, weil er vergessen hatte oder nicht wusste, dass man den Handbremshebel zurückklappen muss, über denselben ins Freie. Ein Tipp: Abnehmen, Motorik trainieren oder S-Klasse testen, aber keine Supersportler.